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Windows 10 – Lizenzierung & Windows-Versionen für Enterprise Kunden

Unternehmen stehen regelmäßig vor der Wahl, die Software Assurance (SA) bei Windows 10 zu verlängern oder nicht, sei es im Rahmen von Lizenzverhandlungen oder Windows Migrations-Projekten.

Die Unterschiede der Windows 10 Versionen für Enterprise Kunden

Die Einführung von Windows 10 brachte einige Änderungen mit sich, welche die Lizenzierung und die verfügbaren Windows-Versionen betreffen. Windows 10 E3 ist der Nachfolger der klassischen Enterprise Version. Windows E5 und Windows 10 LTSB wurden neu eingeführt. Zusätzlich kann das Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) nicht mehr als Add-on erworben werden, sondern ist nur noch als Windows Enterprise SA-Benefit verfügbar.

Quelle: Microsoft

Wo liegt der Unterschied zwischen Windows 10 LTSB und anderen Enterprise Versionen?

Mit der Einführung von Windows 10 gab es drei verschiedene Wege zur Bereitstellung von Updates:

  • Current Branch (CB)
  • Current Branch for Business (CBB)
  • Long Term Servicing Branch (LTSB)

Microsoft kündigte Ende Juli 2017 außerdem an:

  • Das Release-Modell für Windows 10 wird vereinfacht.
  • Die Unterscheidung zwischen CB und CBB soll künftig wegfallen.
  • Stattdessen wurde der Semi-Annual Channel (SAC) eingeführt.
  • Der LTSB wird 2019 umbenannt in Long Term Servicing Channel (LTSC).

Microsoft definiert die zwei Bereitstellungsarten folgendermaßen:

Semi-Annual Channel für Privat- und Geschäftskunden: Zweimal jährlich stattfindende Feature-Update-Releases, die auf März und September ausgerichtet sind und für die breite Masse der Allzweck-PCs konzipiert wurden, die in Organisationen eingesetzt werden. Jede dieser Versionen soll, ab dem Datum der Freigabe, für 18 Monate bedient werden.

Long Term Servicing Channel für Geschäftskunden:  Wurde primär für geschäftskritische Systeme entwickelt. Hier wird anders als bei SAC nur alle 2–3 Jahre ein LTSC mit allen neuen Features von Microsoft definiert. Die Nutzer haben die Wahl, in diesem Rhythmus neue Features zu installieren oder auch eine LTSC-Aktualisierung zur Funktionserweiterung zu überspringen. LTSC-Kunden erhalten neben dem 5-jährigen Mainstream-Support die Option auf zusätzliche 5 Jahre erweiterten Support. Die LTSC-Aktualisierung erfolgt dabei grundsätzlich über Windows Server Update Services (WSUS).

In diesem Zusammenhang wird Windows 10 LTSB im Jahr 2019 in Windows 10 LTSC umbenannt.

Windows 10 Enterprise ohne Software Assurance

Falls Windows 10 Enterprise im Rahmen eines Microsoft-Vertrages mit SA erworben und diese nicht weiter verlängert wurde, hat dies direkte Auswirkungen auf die einzusetzende Windows 10 Enterprise Version. Sobald die SA ausgelaufen ist, ist es nur noch gestattet, Windows 10 LTSB einzusetzen.
Unternehmen, die während der Vertragslaufzeit das Recht auf die Installation von Windows 10 erworben haben, dürfen demzufolge ohne fortgeführte Software Assurance nur noch Windows 10 LTSB ausrollen.
Für Unternehmen, welche bereits Windows 10 E3 und E5 einsetzen, bedeutet dies, dass sie verpflichtet sind, nach Auslaufen der SA für Windows 10 Enterprise (E3/ E5) innerhalb von 90 Tagen ihre bestehende Installation auf Windows 10 LTSB umzustellen. Da sich diese Version sehr stark von Windows E3/ E5 unterscheidet, ist es notwendig, die bestehende Version zu deinstallieren und Windows 10 LTSB auszurollen. Der Funktionsumfang von Windows 10 LTSB unterscheidet sich auf Soft- und Hardwareebene:

Hardware: Windows 10 LTSB unterstützt nur die bei der Veröffentlichung zur Verfügung stehende Hardware. Wenn keine Software Assurance abgeschlossen wurde, muss bei neueren Hardware-Generationen eine neue LTSB-Version erworben werden.

Zur Frage, wie Windows 10-LTSBs unterstützt werden macht Microsoft folgende Angaben:

»Windows 10 Long Term Servicing Branches (LTSBs) unterstützen die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des LTSBs aktuellen Chips. Zukünftig veröffentlichte Chip-Generationen werden über die Veröffentlichung zukünftiger Windows 10-LTSB-Versionen unterstützt, die für die entsprechenden Systeme bereitgestellt werden können. So können wir uns auf die tiefgreifende Integration von Windows und der Prozessoren konzentrieren und eine maximale Zuverlässigkeit und Kompatibilität mit früheren Prozessorgenerationen und Plattformen erhalten.«

Quelle: https://support.microsoft.com/de-de/help/18581/lifecycle-faq-windows-products

Software: Mit Windows 10 LTSB verbleiben dem User leidglich Basisfunktionen im Vergleich zu den mit Windows E3/ E5 verfügbaren Features. Für das ein oder andere Unternehmen können diese Features allerdings wichtig sein:

  • Access to future Long Term Servicing Branches (10 Jahre Support)
  • Virtualization Rights
  • Erweiterte Gruppenrichtlinien (AGPM)
  • Microsoft BitLocker-Administration und -Überwachung

Achtung: Ohne Software Assurance existiert Bindung an die bestehende Windows 10 LTSB Version.

Fazit: Der Einsatz von Windows 10 LTSB als Standardclient sollte wohlüberlegt sein. Die nicht kontinuierlichen Feature-Updates lassen Windows 10 LTSB zunächst sehr attraktiv erscheinen. Allerdings sollte man den eingeschränkten Funktionsumfang im Vergleich zu Windows 10 E3/ E5 nicht aus den Augen verlieren.
Die meisten Unternehmen haben sich auf einen Standardclient festgelegt, der in regelmäßigen Rollouts – über Jahre planbar – ausgetauscht wird. Solche sind mit Windows 10 LTSB nur schwer planbar, da es künftige Hardware nicht unterstützt. Als Konsequenz müsste zum Rollout die neuere Version erworben werden. Ob diese Neuanschaffung wirtschaftlich das Aussetzen der SA rechtfertigt, ist fraglich.

Ass. jur. Maike Schimko | Tags: Software Asset Management, Lizenzmanagement, Windows 10, Microsoft