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Vorsicht bei der Nutzung der DBA_FEATURE_USAGE_STATISTICS!

Die Lizenzierung der Oracle Database inklusive geltender Metriken gehört mittlerweile beinahe zum Grundlagenwissen von Lizenzmanagern und Datenbankadministratoren. Auch die klassischen potenziellen Stolperfallen sind in der Regel bekannt: Oracle DB auf vSphere ist hier nur ein Thema. Dieses theoretische Wissen ist jedoch nur eine Seite des erfolgreichen Managements von Oracle-Lizenzen. Ebenso wichtig ist die korrekte Erfassung aller Inventare. Das Zählen der zu lizenzierenden Prozessoren, unter Berücksichtigung des Core Factors, zählt hierbei zu den einfacheren Aufgaben. Herausfordernd wird es, wenn die Nutzung lizenzpflichtiger Features durchleuchtet werden soll.

Neben dem eigentlichen Datenbankprodukt sind insbesondere für die Database Enterprise Edition eine Vielzahl zusätzlicher Enterprise Options und Management Packs verfügbar. Bei diesen handelt es sich um Lizenzprodukte, die kostenpflichtig beschafft werden müssen, sobald bestimmte technologische Features in der Datenbank und teilweise auch im Oracle Enterprise Manager genutzt werden. Jeder Option und jedem Management Pack können eine Reihe von Features zugeordnet werden, die den entsprechenden Lizenzbedarf verursachen. Ein gängiger Weg, die Feature-Nutzung zu prüfen, ist der Blick in die Tabelle DBA_FEATURE_USAGE_STATISTICS.

Der einfachste Weg, diese Daten abzurufen, besteht in der Ausführung des folgenden SQL Statements:

select *
from DBA_FEATURE_USAGE_STATISTICS
where detected_usages > 0

Der Befehl kann pro Datenbank-ID oder auch zentral über den Oracle Enterprise Manager ausgeführt werden. Ergebnis ist eine Übersicht darüber, welche Features wie oft pro Datenbank-ID in einem bestimmten Messzeitraum genutzt wurden. Diese Tabelle wird zum Beispiel auch durch Hersteller von SAM-Tools sowie im Auditfall durch Oracle LMS (mittels des sogenannten Review Lite-Skripts) angezapft.

Beispielhafte Darstellung der DBA_FEATURE_USAGE_STATICS in Excel

Die Auswertung selbst ist jedoch nicht immer fehlerfrei. Oracle sammelt unter der Doc ID 1309070.1 im Supportportal alle bekannten Bugs, die zu einer falschpositiven Erkennung lizenzpflichtiger Features führen. Stand heute umfasst diese Liste 14 bekannte Bugs und systemische Einschränkungen, die in jedem Fall in Ihre Betrachtungen einfließen sollten. So zeigen einige der hier gelisteten Incidents, dass System-User, die der Datenbank-Installation inhärent sind, bereits eine Nutzung für bestimmte Features verursachen können. In einigen Fällen gibt der Hersteller für solche Szenarien Lösungsansätze mit, um mittels bestimmter SQL Statements die verursachenden Nutzer zu ermitteln.

Was heißt das für Sie? Betrachten Sie die Informationen in der Tabelle DBA_FEATURE_USAGE_STATISTICS nicht als gesetzt. Hinterfragen Sie die Ergebnisse, behalten Sie bei jeder Prüfung die Doc ID 1309070.1 im Auge und prüfen Sie, ob neue Bugs hinzugekommen sind. Wenn Ihnen Unregelmäßigkeiten auffallen, bringen Sie Ihre Datenbankadministratoren und Lizenzmanager zusammen, um die kritischen Punkte mit dem größtmöglichen Wissensstand zu beleuchten.

Alexander Butzlaff | Tags: Software Asset Management, Lizenzmanagement, DBA_FEATURE_USAGE_STATICS, Database Enterprise Edition, Datenbanken, Oracle, DOC ID 1309070.1, vSphere, SAM-Tools, Oracle Enterprise Manager