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SAP-Engine-/ SAP-Packagelizenzen

Neben den »Named User Lizenzierungen« der Nutzer, welche die Funktionen der SAP-Applikation verwenden, müssen ebenso die genutzten Funktionen selbst lizenziert werden. Engines sind laut Definition des SAP Help Portals: »Optionale Software, für die Sie eine weitere separate Nutzungsberechtigung erwerben müssen. Die lizenzierten Einheiten der Engines richten sich nach Größen wie z. B. Aufträge, Verträge, Vertragskonten oder behandelte Patienten. Für Benutzer, die auf Engines zugreifen, ist auch eine Nutzungsberechtigung als definierter Benutzer erforderlich.«

SAP partizipiert somit an wertschöpfenden Kernprozessen Ihres Unternehmens. Dabei definiert der Softwarehersteller für jede Engine eigene Messwerte bzw. Metriken, die sich jeweils an den Elementen des Wertschöpfungsprozesses (z. B. Anzahl gefertigter Erzeugnisse) ausrichten. Engines können außerdem auf der Basis ausschließlich einer oder auch mehrerer Metriken lizenziert werden.

Ein Beispiel verdeutlicht den Sachverhalt: Die Engine SAP Payroll Processing wird über die Anzahl der Stammdatensätze lizenziert. Hingegen verwendet das SAP E-Recruiting die Anzahl der Mitarbeiter als Grundlage der Lizenzierung. Andere verwendete Metriken sind die Anzahl der Bestellungen, Verträge oder Patienten.

Vermessung und Darstellung

Im Zuge der Systemvermessung USMM werden neben Systeminformationen und nutzerrelevanten Daten ebenfalls die dem System bekannten Metriken erhoben, für welche Verbräuche angefallen sind:

  • Metrik ID (eindeutige Kennnummer der Metrik)
  • Metrik Name (Bezeichnung des Zählwerts der Metrik)

Die hierdurch erfassten Informationen müssen in Form des LAW-Reports (License Administration Workbench) an den Hersteller geliefert werden. SAP bestimmt dann für die zugehörigen Engines den Verbrauch und gleicht diesen mit dem bereits lizenzierten Mengengerüst ab.

Innerhalb der SAP-Umgebung wird dem Kunden allerdings nicht aufgeschlüsselt, welche Metriken für die Vermessung und die Lizenzierung einer bestimmten Engine tatsächlich relevant sind und welche nicht. Eine Zuordnung von Metrik auf Engine/ -Package wird von der LAW nicht geliefert. Weitergehende Informationen zur Höhe des tatsächlichen Lizenzbedarfs können über das vom Hersteller bereitgestellte Portal (http://service.sap.com/licenseauditing >> Engine Measurement) in Form von Whitepapers bezogen werden:

  • Beschreibung der Engine
  • Beschreibung verbundener Metriken
  • Beschreibung der Berechnung des Verbrauchs
  • Erläuterung zur Vermessung

Mittels dieser Zusatzinformationen ist es möglich, die vermessenen »Metrik IDs« mit den Engines in Verbindung zu bringen und den daraus ermittelten Lizenzbedarf zu errechnen. Dies ist mit einem großen manuellen Aufwand verbunden, die SAP-Vermessung stellt daher für viele Kunden eine große Herausforderung dar, die jedoch durch ein geeignetes Tool (SAM Tool) unterstützt werden kann.

Vorteile und Darstellung der Tool-Unterstützung

SAP-Nutzer können bei der Interpretation der Packages und Metriken durch entsprechende Tools und einen bereitgestellten Katalog unterstützt werden. Dieser regelmäßig aktualisierte Katalog beinhaltet die oben aufgeführten Informationen und verknüpft diese automatisiert auf die zuvor erhobenen und in das Tool überführten Vermessungsresultate. Die folgende Abbildung veranschaulicht diesen Prozess der Transparenzschaffung innerhalb des Tools

Durch den beschriebenen Prozess erhält der SAP-Anwender jederzeit vollständige Transparenz über die tatsächlichen Lizenzverbräuche der von ihm genutzten Engines, unabhängig davon, ob diese bereits lizenziert wurden oder nicht.

Durch den Erhalt der Informationen können Optimierungen (z. B. Abschaltung einer sich nicht im Scope befindlichen Funktion) identifiziert und durchgeführt werden. Zudem können die erhobenen Daten als Grundlage für eine faktenbasierte Nachverhandlung mit dem Hersteller herangezogen werden.

Szenarien durch Custom Metrics

Durch die Nutzung eines Tools kann neben der Analyse der verwendeten Metriken und Engines auch eine Optimierung in Form von Custom Metrics durchgeführt werden. Hierbei kann der Anwender beliebige Messgrößen/ Metriken zu eigenen Engines kombinieren. Dies eröffnet dem Anwender die Möglichkeit, eigene Szenarien zu simulieren um den Verbrauch einer neu zu definierenden Engine zu messen. Auch bereits erfolgte und vom Standard abweichende Nebenabreden können somit abgebildet werden.

Wir empfehlen Ihnen nicht nur für die Optimierung von SAP-Userlizenzen den Einsatz eines geeigneten SAM Tools, sondern auch für die transparente Darstellung von SAP Engines & Packages.


Alexander Liebold | Tags: Software Asset Management, Package-Lizenzen, Engines, SAP