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Lizenzierung in virtuellen Umgebungen // Virtualisierung von Datenbanken

Das Konzept der Virtualisierung ist aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. Organisationen stehen vor der Herausforderung, ihre IT-Infrastruktur an den Volumenanstieg von Transaktionen und Informationen anzupassen und dabei höhere Verfügbarkeit und Flexibilität sicherzustellen sowie IT-Kapazitäten zu optimieren. Die Virtualisierungslösungen verschiedener Hersteller bieten die Möglichkeit, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Bei der Planung gilt es die Produktnutzungsrechte, Lizenzmetriken und vor allem die durch den Hersteller bestimmten Restriktionen für den Einsatz der Produkte einzubeziehen. Das Lizenzmanagement sollte deshalb in der Planung der mittel- und langfristigen IT-Strategie frühzeitig mit eingebunden werden.

In der Praxis begegnen uns je nach Hersteller und Produkt verschiedene Lizenz- und Abrechnungs-modelle, die heterogen, technisch schwierig zu erfassen oder für virtuelle Umgebungen ungeeignet scheinen. In den vergangenen Jahren haben die Hersteller versucht, die Produktnutzungsrechte dem dynamischen und bedarfsgerechten Betrieb von virtualisierten Umgebungen anzupassen. Zum Teil orientieren sich Lizenzmetriken jedoch weiterhin an den physikalischen Geräten. Gebräuchliche Lizenz-Modelle können auf die Hardware oder eine virtuelle Maschine angewendet werden, was problematisch werden kann, wenn eingesetzte Hardwarekomponenten durch Virtualisierungslösungen wie XENServer, Hyper-V oder vSphere in der virtuellen Umgebung nicht mehr klar erkannt werden.

Im Rahmen unseres Blog-Formates möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in die Herausforderungen der Lizenzierung von Virtualisierungslösungen einzelner Hersteller geben und beginnen mit Microsoft:

Microsoft hat durch die Anpassung an verschiedene Virtualisierungsszenarien und die Heraus-forderungen der Kunden in den letzten Jahren die Lizenzmodelle zu einer bedarfsgerechteren Betrachtung im Serverbereich angepasst. In Abhängigkeit der Editionen stehen dem Kunden sowohl installationsbasierte- als auch core-/ prozessorbasierte Lizenzmodelle zur Auswahl. Die Betrachtung von virtuellen Umgebungen und deren Lizenzierung ist dabei abhängig vom Lizenzmodell und kann zum Teil auch gesondert betrachtet werden; z. B. durch Lizenzierung einzelner virtueller Maschinen. Hinzu kommt die Betrachtung von Zugriffsrechten auf die Server-Installationen (Client Access License, CAL), deren Lizenzierung gesondert erfolgt und wiederum Geräte- oder Nutzer-basiert sein kann.

SQL Server 2014 ist in drei Editionen verfügbar: Standard, Business Intelligence und Enterprise. Die Lizenzierungsmodelle der Editionen unterscheiden sich dabei wie folgt:

  • SQL Server 2014 Standard: Lizenzierung nach Server/ CAL-Modell oder Core-Modell: Für jede Instanz der Serversoftware, die auf einem Server entweder in einer physischen oder virtuellen Betriebssystemumgebung ausgeführt wird, muss diesem Server eine Serverlizenz zugeordnet werden. Eine Hardwarepartition oder ein Blade gelten als eigenständiger Server.
  • SQL Server 2014 Business Intelligence: Lizenzierung nur nach Server/ CAL-Modell:
    Zugriffe auf die SQL-Serversoftware werden über Zugriffslizenzen (CALs) lizenziert. Diese CALs können entweder einem Gerät oder einem Nutzer zugewiesen werden.
  • SQL Server 2014 Enterprise: Lizenzierung nur nach Core-Modell:
    Bei der Core-Lizenzierung müssen alle Cores des Servers lizenziert werden. Die Anzahl der erforderlichen Lizenzen ergibt sich aus der Anzahl der physischen Cores pro Prozessor, mit einer Mindestmenge von vier Core-Lizenzen pro Prozessor.

Virtualisierung von SQL Server 2014:
Grundsätzlich bestehen zwei Optionen der Lizenzierung von SQL-Server in virtuellen Umgebungen:

  • Individuelle virtuelle Maschinen (VM)
    Für das Core-Modell: Die virtuellen Cores pro VM werden lizenziert; es sind hierbei jedoch mindestens vier Cores pro VM erforderlich.
    • SQL Server 2014 Standard
    • SQL Server 2014 Enterprise
    Für das Server/ CAL-Modell: Pro VM ist eine Serverlizenz erforderlich sowie CALs für alle zugreifenden Geräte bzw. Nutzer.
  • Uneingeschränkte Virtualisierungsrechte
    Wird die SQL-Server 2014 Enterprise-Edition mit Software Assurance für alle physischen Cores erworben, ist der Lizenznehmer berechtigt, auf der lizenzierten Hardware eine uneingeschränkte Zahl von virtuellen Maschinen einzusetzen und zu nutzen.

Natalie Theuermeister | Tags: Software Asset Management, Virtualisierung, Datenbanken, Microsoft, SQL Server